Welche Faktoren Unternehmen selbst beeinflussen können
Warum steigen Entsorgungskosten – und welche Faktoren lassen sich im eigenen Betrieb überhaupt beeinflussen? Eine pauschale Antwort darauf gibt es selten. Denn die Gesamtkosten entstehen nicht allein durch die Behandlung oder Verwertung eines Abfalls. Auch Abfallmenge, Behälterauslastung, Leerungsfrequenz, Transport und zusätzliche Leistungen können eine Rolle spielen. Ein Teil dieser Faktoren lässt sich von Unternehmen kaum beeinflussen. Andere hängen dagegen unmittelbar damit zusammen, wie die eigenen Abfallströme organisiert sind.
Für Unternehmen lohnt sich deshalb ein genauerer Blick: Welche Bestandteile der Entsorgungskosten lassen sich überhaupt beeinflussen – und wo können sich Ansatzpunkte für eine wirtschaftlich sinnvolle Organisation ergeben?
Entsorgungskosten bestehen aus mehr als einem Preis
Wer Entsorgungsangebote vergleicht, schaut häufig zunächst auf den Preis für einen Behälter oder eine Abholung. Für eine wirtschaftliche Bewertung reicht das jedoch nicht immer aus. Je nach Abfallstrom können unter anderem die anfallende Menge, die Beschaffenheit des Materials, Behältergröße und Auslastung, Anzahl der Abholungen, Transportaufwand sowie erforderliche Sortier-, Behandlungs- oder Verwertungsschritte eine Rolle spielen. Hinzu kommen gegebenenfalls zusätzliche Leistungen, beispielsweise Analysen oder andere Aufwände, die für den jeweiligen Stoffstrom notwendig sind. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt deshalb ein realistisches Bild der tatsächlichen Entsorgungskosten.
1. Abfallmenge und Behälterauslastung aufeinander abstimmen
Je mehr Abfall entsteht, desto größer kann auch der Aufwand für Sammlung, Transport und weitere Behandlung sein. Entscheidend ist jedoch nicht nur die absolute Menge, sondern auch, wie regelmäßig und vorhersehbar sie anfällt. Ein kontinuierlicher Stoffstrom lässt sich anders organisieren als stark schwankende Mengen oder kurzfristige Spitzen. Wer sein tatsächliches Abfallaufkommen kennt, kann deshalb besser beurteilen, welche Behältergrößen zum Betrieb passen. Ein großer Behälter, der regelmäßig nur teilweise gefüllt abgeholt wird, nutzt vorhandene Kapazitäten möglicherweise nicht optimal. Ein zu kleiner Behälter kann dagegen dazu führen, dass deutlich häufiger geleert werden muss.
Deshalb lohnt sich regelmäßig die Frage: Passt das bestehende Behälterkonzept noch zu unserem tatsächlichen Abfallaufkommen?
Gerade wenn sich Produktionsmengen, betriebliche Abläufe oder Standorte verändern, kann sich auch der Bedarf verändern. Ein Behälterkonzept, das vor einigen Jahren sinnvoll war, muss deshalb heute nicht mehr automatisch zur aktuellen Situation passen.
2. Leerungsrhythmus und Transport mitdenken
Jede Abholung ist mit Transportaufwand verbunden. Für die Gesamtkosten kann deshalb relevant sein, wie häufig ein Fahrzeug fahren muss, welche Menge dabei transportiert wird und welcher Transportweg erforderlich ist. Ein einzelner Behandlungspreis sagt für sich genommen daher noch wenig über die Gesamtkosten eines Entsorgungsprozesses aus.
Wichtiger ist die Frage: Wie gut passen Abholrhythmus, Behältergröße und tatsächliches Abfallaufkommen zusammen?
Werden Behälter regelmäßig bereits geleert, obwohl noch Kapazität vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, den Leerungsrhythmus zu überprüfen. Umgekehrt können zu lange Intervalle zu Engpässen oder kurzfristig benötigten zusätzlichen Abholungen führen. Unternehmen können deshalb davon profitieren, Mengenentwicklung und Leerungsintervalle regelmäßig miteinander abzugleichen. So lässt sich erkennen, ob bestehende Abläufe noch zum tatsächlichen Bedarf passen.
3. Stoffstromqualität und Entsorgungsweg beeinflussen die Kosten
Nicht nur Menge und Logistik spielen eine Rolle. Auch die Beschaffenheit eines Abfalls kann Auswirkungen auf den erforderlichen Entsorgungsweg haben. Ein möglichst eindeutig erfasster Stoffstrom bietet andere Voraussetzungen für Sortierung und Verwertung als ein Gemisch mit Fremdstoffen oder Verunreinigungen. Sind zusätzliche Sortier-, Analyse- oder Behandlungsschritte notwendig, kann dadurch weiterer Aufwand entstehen. Für Unternehmen bedeutet das: Je genauer bekannt ist, welcher Abfall tatsächlich anfällt und wie er zusammengesetzt ist, desto besser lässt sich ein geeigneter Entsorgungsweg planen. Dabei gilt jedoch nicht automatisch: Je stärker getrennt wird, desto günstiger wird die Entsorgung. Ob eine getrennte Erfassung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem vom jeweiligen Stoffstrom, der Menge sowie den verfügbaren Entsorgungs- und Verwertungsmöglichkeiten ab. Entscheidend ist deshalb eine fachlich passende Lösung für den jeweiligen Betrieb – nicht möglichst viel Trennung um jeden Preis.
4. Zusätzlichen Aufwand möglichst früh erkennen
Auch bei gut geplanten Entsorgungsprozessen können zusätzliche Aufwände entstehen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich Menge, Zusammensetzung oder Beschaffenheit eines Stoffstroms verändert oder zusätzliche Leistungen erforderlich werden. Nicht jeder dieser Fälle lässt sich vermeiden. Unternehmen können jedoch dazu beitragen, dass relevante Informationen möglichst frühzeitig vorliegen. Ändert sich ein Stoffstrom wesentlich, empfiehlt es sich deshalb, dies mit dem Entsorgungspartner abzustimmen, bevor Behälter abgeholt oder Entsorgungswege festgelegt werden. Je transparenter ein Stoffstrom beschrieben werden kann, desto besser lässt sich der voraussichtliche Entsorgungsprozess planen. Das gilt nicht nur für die fachliche Einordnung des Abfalls, sondern auch für Behälterwahl, Logistik und die Kalkulation des erforderlichen Aufwands.
Welche Kostenfaktoren können Unternehmen nicht beeinflussen?
Nicht sämtliche Bestandteile der Entsorgungskosten liegen in der Hand des Abfallerzeugers. Behandlungspreise, verfügbare Anlagenkapazitäten, Energie- und Transportkosten, gesetzliche Anforderungen oder Marktbedingungen können sich verändern und lassen sich vom einzelnen Unternehmen nur begrenzt beeinflussen.
Diese Kostenfaktoren können Unternehmen beeinflussen
Umso wichtiger ist es, die Faktoren zu kennen, die sich im eigenen Betrieb tatsächlich gestalten lassen.
Dazu gehören insbesondere:
- das tatsächliche Abfallaufkommen kennen
- Behältergrößen auf die Mengen abstimmen
- Leerungsintervalle regelmäßig überprüfen
- Stoffströme möglichst eindeutig erfassen
- Veränderungen frühzeitig kommunizieren
Dabei geht es nicht darum, jede einzelne Position möglichst stark zu reduzieren. Entscheidend ist, den gesamten Entsorgungsprozess so zu organisieren, dass betrieblicher Aufwand, fachliche Anforderungen und Kosten sinnvoll zusammenpassen.
Entsorgungskosten als Prozess betrachten
Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb: Entsorgungskosten entstehen nicht erst bei der Abholung.
Sie entwickeln sich entlang des gesamten Prozesses – von der Entstehung und innerbetrieblichen Sammlung eines Abfalls über Behälter und Transport bis hin zur Behandlung oder Verwertung. Wer ausschließlich einzelne Preise miteinander vergleicht, betrachtet deshalb häufig nur einen Ausschnitt. Unternehmen, die ihre Abfallmengen, Behälterstrukturen und Leerungsrhythmen regelmäßig überprüfen, können besser unterscheiden, welche Kosten durch äußere Rahmenbedingungen entstehen und wo im eigenen Betrieb mögliche Ansatzpunkte liegen. Dabei helfen bereits wenige grundlegende Informationen: Wie viel Abfall fällt an? Wie häufig werden Behälter geleert? Sind sie dabei regelmäßig gut ausgelastet? Und haben sich Menge oder Zusammensetzung einzelner Stoffströme verändert? Eine vertiefte Betrachtung betrieblicher Abfalldaten kann darüber hinaus zeigen, wo sich Kostenentwicklungen und Veränderungen im Entsorgungsprozess genauer nachvollziehen lassen. Die Expertinnen und Experten der Buhck Gruppe unterstützen Unternehmen dabei, bestehende Entsorgungsprozesse zu betrachten und passende Lösungen für Behälter, Logistik und Entsorgungswege zu entwickeln. Gemeinsam können dabei beispielsweise Abfallmengen, Leerungsrhythmen und bestehende Abläufe betrachtet werden, um mögliche Ansatzpunkte für eine wirtschaftlich sinnvolle Organisation der Entsorgung zu identifizieren.
Sie möchten prüfen, ob Behältergrößen, Leerungsrhythmen und bestehende Abläufe noch zu Ihrem tatsächlichen Bedarf passen?
Unsere Expertinnen und Experten betrachten gemeinsam mit Ihnen die bestehenden Entsorgungsstrukturen und mögliche Optimierungsansätze. Weitere Informationen zu unseren individuellen Entsorgungskonzepten für Unternehmen finden Sie hier.
Häufige Fragen zu Entsorgungskosten in Unternehmen
Je nach Abfallstrom können unter anderem Abfallmenge und Beschaffenheit, Behältergröße und Auslastung, Anzahl der Abholungen, Transportaufwand sowie notwendige Sortier-, Analyse-, Behandlungs- oder Verwertungsschritte eine Rolle spielen.
Unternehmen können insbesondere ihr tatsächliches Abfallaufkommen beobachten, Behältergrößen auf die Mengen abstimmen, Leerungsintervalle überprüfen, Stoffströme möglichst eindeutig erfassen und Veränderungen frühzeitig mit dem Entsorgungspartner abstimmen.
Wird ein großer Behälter regelmäßig nur teilweise gefüllt abgeholt, werden vorhandene Kapazitäten möglicherweise nicht optimal genutzt. Ein zu kleiner Behälter kann dagegen häufigere Leerungen erforderlich machen.
Nein. Ob eine getrennte Erfassung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem vom jeweiligen Stoffstrom, der Menge und den verfügbaren Entsorgungs- und Verwertungsmöglichkeiten ab.
Dazu können beispielsweise Behandlungspreise, verfügbare Anlagenkapazitäten, Energie- und Transportkosten, gesetzliche Anforderungen oder Marktbedingungen gehören.