Worauf Unternehmen in der Praxis achten sollten

Betriebliche Abfalltrennung: Worauf Unternehmen in der Praxis achten sollten

Papier, Verpackungen, Bioabfälle oder Produktionsreste: In Unternehmen können täglich ganz unterschiedliche Abfälle anfallen. Je mehr Abfallströme zusammenkommen, desto anspruchsvoller wird es, die Trennung im Arbeitsalltag sinnvoll zu organisieren. Fehlwürfe, also Abfälle, die im falschen Sammelbehälter landen, unpassende Behälter oder ineffiziente Sammelstrukturen können zusätzlichen Aufwand verursachen, die Verwertung erschweren und unter Umständen zu höheren Entsorgungskosten führen. Eine gut organisierte Abfalltrennung kann dagegen dazu beitragen, Wertstoffe besser getrennt zu erfassen, betriebliche Abläufe zu erleichtern und unnötigen Aufwand zu vermeiden. Unsere Kolleginnen und Kollegen kennen die Anforderungen aus der Praxis und wissen, worauf Unternehmen bei der Organisation achten sollten und welche typischen Fehler sich vermeiden lassen.
 

Welche Abfälle müssen Unternehmen getrennt sammeln?

Für viele Unternehmen bildet die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) eine wichtige Grundlage für die Abfalltrennung. Erzeuger und Besitzer gewerblicher Siedlungsabfälle müssen grundsätzlich unter anderem Papier, Pappe und Karton, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Textilien sowie Bioabfälle, unterteilt nach verpackten und unverpackten Bioabfällen, getrennt sammeln und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuführen. Von der Pflicht zur getrennten Sammlung kann unter bestimmten Voraussetzungen abgewichen werden, etwa wenn sie technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. In diesen Fällen gelten weitere Anforderungen an den Umgang mit den Gemischen sowie Dokumentationspflichten. Für gefährliche Abfälle gelten zusätzliche Anforderungen. Sie müssen entsprechend ihrer Einstufung und den geltenden abfallrechtlichen Vorgaben erfasst und entsorgt werden. Zudem gelten besondere Vermischungsverbote. Welche Abfälle tatsächlich in einem Betrieb entstehen und wie sie sinnvoll erfasst werden können, hängt jedoch stark von Branche, Standort und betrieblichen Abläufen ab. Ein Produktionsunternehmen hat beispielsweise andere Abfallströme als ein Büro, ein Handelsunternehmen oder ein gastronomischer Betrieb. Deshalb sollte die betriebliche Entsorgung nicht nur als Bereitstellung einzelner Behälter betrachtet werden. Entscheidend ist, Abfallströme, Mengen und betriebliche Abläufe als Ganzes zu erfassen und darauf ein passendes Entsorgungskonzept abzustimmen. Wer sich bei der Zuordnung seiner Abfälle oder den Anforderungen an die getrennte Sammlung unsicher ist, sollte fachlichen Rat einholen.
 

1. Abfälle möglichst am Entstehungsort trennen

Eine funktionierende Abfalltrennung beginnt möglichst nah am Ort, an dem die Abfälle entstehen. Werden unterschiedliche Materialien zunächst gemeinsam gesammelt, kann eine spätere Trennung zusätzlichen Aufwand verursachen oder die hochwertige Verwertung einzelner Wertstoffe erschweren. Unternehmen sollten deshalb prüfen, welche Abfälle in welchen Bereichen entstehen und wie diese möglichst direkt getrennt erfasst werden können. Sammelbehälter können beispielsweise direkt in Produktionsbereichen, Werkstätten, Lagern oder Büros dort aufgestellt werden, wo die jeweiligen Abfälle regelmäßig anfallen. Kurze Wege erleichtern die Trennung und können Fehlwürfe reduzieren.
 

2. Behälter an Abfallströme und Mengen anpassen

Nicht nur die Anzahl der Behälter ist entscheidend. Auch Größe, Art und Platzierung sollten zu den tatsächlich anfallenden Abfällen und Mengen passen. Sind Behälter für häufig anfallende Wertstoffe zu klein oder befinden sich die passenden Sammelbehälter weit entfernt vom Entstehungsort, kann dies die Abfalltrennung im Arbeitsalltag erschweren. Ein passendes Behälterkonzept berücksichtigt deshalb Abfallarten und Mengen ebenso wie betriebliche Abläufe, räumliche Gegebenheiten und geeignete Leerungsintervalle. Unsere Expertinnen und Experten von der Buhck Gruppe unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung eines individuellen Entsorgungskonzepts. Bei einer persönlichen Beratung vor Ort werden die räumlichen und betrieblichen Gegebenheiten sowie die anfallenden Abfallarten betrachtet. Auf dieser Grundlage lässt sich einschätzen, welche Behälter, Sammelstrukturen und Entsorgungslösungen zum jeweiligen Betrieb passen.
 

3. Sammelstellen sinnvoll platzieren und eindeutig kennzeichnen

Abfalltrennung kann nur funktionieren, wenn für die Mitarbeitenden eindeutig erkennbar ist, welcher Abfall in welchen Behälter gehört. Besonders bei ähnlich aussehenden Behältern oder mehreren Abfallarten an einem Standort können unklare Kennzeichnungen Fehlwürfe begünstigen. Eine eindeutige Beschriftung und leicht verständliche Hinweise können die richtige Zuordnung im Arbeitsalltag erleichtern. Je nach Betrieb können beispielsweise konkrete Beispiele für typische Abfälle sinnvoller sein als ausschließlich allgemeine Bezeichnungen. Entscheidend ist, dass die Kennzeichnung verständlich ist und zu den tatsächlich im jeweiligen Arbeitsbereich anfallenden Abfällen passt.
 

4. Mitarbeitende bei der Abfalltrennung mitnehmen

Ein Karton im falschen Behälter wirkt zunächst vielleicht unproblematisch. Häufen sich Fehlwürfe jedoch, können sie die Qualität eines getrennt gesammelten Abfallstroms beeinträchtigen und die weitere Sortierung oder Verwertung erschweren. Das kann auch die Entsorgung verteuern oder die möglichen Entsorgungswege einschränken. Enthält eine Abfallfraktion beispielsweise Materialien, die dort nicht hineingehören, kann sie unter Umständen nicht von jeder Anlage angenommen werden. In der Praxis kann das etwa der Fall sein, wenn sich Holz oder Folien im Bauschutt befinden oder Verpackungen mit Rückständen gefährlicher Stoffe falsch zugeordnet werden. Deshalb sollten Unternehmen auch im laufenden Betrieb darauf achten, ob die vorgesehenen Abfallströme tatsächlich richtig genutzt werden. Dabei spielen die Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. Verständliche Informationen darüber, welche Abfälle wohin gehören und warum die Trennung wichtig ist, können Fehler vermeiden. Auch neue Mitarbeitende sollten mit dem betrieblichen Trennsystem vertraut gemacht werden.
 

5. Entsorgungskonzept regelmäßig überprüfen

Unternehmen verändern sich: Produktionsmengen steigen oder sinken, neue Materialien kommen hinzu, Arbeitsbereiche werden umgebaut oder Prozesse verändern sich. Damit können sich auch Art und Menge der anfallenden Abfälle verändern. Ein Entsorgungskonzept, das vor einigen Jahren gut funktioniert hat, muss deshalb nicht dauerhaft die passende Lösung sein. Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, ob Behältergrößen, Standorte, Leerungsrhythmen und Entsorgungswege noch zu den tatsächlichen Anforderungen passen. Hinweise darauf, dass Anpassungsbedarf besteht, können beispielsweise regelmäßig überfüllte oder kaum genutzte Behälter, häufige Fehlwürfe oder unnötig lange innerbetriebliche Transportwege sein. Die Buhck Gruppe entwickelt für Gewerbe- und Industriekunden individuelle Entsorgungskonzepte. Dabei können unter anderem die anfallenden Abfallströme, das innerbetriebliche Handling sowie geeignete Entsorgungs- und Verwertungswege betrachtet werden.
 

Abfalltrennung ist auch eine Frage der Organisation

Eine funktionierende Abfalltrennung hängt nicht allein davon ab, ob ausreichend Behälter vorhanden sind. Entscheidend ist, dass das gesamte System zu den Abfallströmen und Arbeitsabläufen des Unternehmens passt. Wer Abfälle möglichst direkt am Entstehungsort trennt, geeignete und eindeutig gekennzeichnete Behälter bereitstellt, Mitarbeitende über das Trennsystem informiert und das bestehende Entsorgungskonzept regelmäßig überprüft, schafft gute Voraussetzungen dafür, Wertstoffe getrennt zu erfassen und einer geeigneten Verwertung zuzuführen. Sie möchten Ihre betriebliche Abfalltrennung überprüfen oder ein passendes Entsorgungskonzept entwickeln? Auf unserer Website finden Sie hier weitere Informationen zu unseren Entsorgungskonzepten und die passende Kontaktmöglichkeit.

 

Häufige Fragen zur betrieblichen Abfalltrennung